Ambulante Rehabilitation nach Operationen
Nach einer Operation entscheidet sich in den ersten Wochen viel: wie gut ein Gelenk wieder beweglich wird, wie schnell die Muskulatur zurückkommt, ob sich Ausweichmuster einschleifen, die später Beschwerden machen. Ambulante Rehabilitation setzt genau hier an – wohnortnah, ohne stationären Aufenthalt und flexibel neben Beruf und Alltag.

Nach welchen Eingriffen
Zu uns kommen Patientinnen und Patienten unter anderem nach:
Wie wir vorgehen
Am Anfang steht ein ausführlicher Befund: Wir prüfen Beweglichkeit, Kraft, Belastbarkeit und Ihr Bewegungsverhalten – und wir schauen in Ihren OP-Bericht. Die Nachbehandlungsvorgaben Ihres Operateurs geben den Rahmen vor, denn frisch operiertes Gewebe verträgt in bestimmten Phasen nur bestimmte Belastungen.
Darauf aufbauend arbeiten wir in Stufen:
Frühphase – Schmerz und Schwellung reduzieren, Beweglichkeit im erlaubten Rahmen erhalten, Muskulatur ansteuern, bevor sie abbaut. Hier kommen Manuelle Lymphdrainage und schonende Mobilisation zum Einsatz.
Aufbauphase – Beweglichkeit erweitern, Kraft und Koordination systematisch steigern. Manuelle Therapie löst Bewegungseinschränkungen, Krankengymnastik am Gerät (KGG) erlaubt dosierten Aufbau mit präzise steuerbaren Widerständen.
Belastungsphase – Zurück in Ihren Alltag: Treppen, Autofahren, Heben und Tragen, Arbeit, Sport. Wir trainieren die Bewegungen, die Sie tatsächlich brauchen, nicht abstrakte Übungen.
Dazu bekommen Sie von Beginn an ein Eigenprogramm. Zwei Termine pro Woche ersetzen kein tägliches Üben – der Fortschritt entsteht zwischen den Behandlungen.
Ambulant statt stationär
Ambulante Rehabilitation bedeutet nicht weniger Therapie, sondern andere Organisation: Sie schlafen zu Hause, behalten Ihren Alltag und trainieren genau in der Umgebung, in der Sie später zurechtkommen müssen. Termine lassen sich um Arbeitszeiten und Familie herum planen. Und Sie behalten dieselben Therapeuten über den gesamten Verlauf – wir kennen Ihre Geschichte, Sie müssen sie nicht bei jedem Termin neu erzählen.
Spezialfall: Gehschule nach Amputation
Die Rehabilitation nach einer Amputation der unteren Extremität stellt eigene Anforderungen: Umgang mit der Prothese, Stumpfmanagement, ein physiologisches Gangbild, Sicherheit auf Treppen und unebenem Untergrund. Dafür haben wir ein eigenes, spezialisiertes Angebot aufgebaut – die Gehschule Mittelrhein mit Gangschule nach dem Konzept von Iris Heyen, an unseren Standorten in Nauort und Dernbach.
Eine gut angepasste Prothese ist die Grundlage – sicheres, ökonomisches Gehen entsteht erst im gezielten Training. Alles Weitere dazu, einschließlich der Sonderregelungen bei der Verordnung nach Amputation, finden Sie auf der Website der Gehschule.
Verordnung und Kosten
Ambulante Rehabilitation läuft über die ärztliche Heilmittelverordnung – meist Krankengymnastik, Manuelle Therapie, KGG oder Lymphdrainage. Verordnen kann sie Ihr Hausarzt ebenso wie der Operateur oder Ihr Orthopäde. Gesetzlich Versicherte zahlen die gesetzliche Zuzahlung, privat Versicherte rechnen wir nach ihrem Tarif ab.
Nach größeren Eingriffen ist der Therapiebedarf oft höher als der Regelfall vorsieht. Dafür gibt es Ausnahmeregelungen, die viele Praxen nicht auf dem Schirm haben – sprechen Sie uns an, wir beraten Sie und Ihre behandelnden Ärzte gern dazu.